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DaB

Lautsprecher
Hier stelle ich meinen Zweiweglautsprecher vor, der mit seinem Wirkungsgrad von 95dB/W sehr gut zu meinen Röhrenverstärkern paßt. Da ich sehr gute Erfahrungen mit Dipollautsprechern gemacht habe, sollte es im Mittel-Hochtonbereich wieder ein Dipol sein, der mit entsprechender Unterstützung im Tieftonbereich arbeiten darf. Als Dipollautsprecher sollte es der hervorragende B200 von Visaton sein und im Baß ist es der 15NL9400, ein 15" Chassis von 18sound.

Um eine adäquate Entlastung des B200 zu gewährleisten, sollte dieser nicht zu tief getrennt werden. Die Schallwandbreite des B200, die etwas größer ist als der doppelte Durchmesser des B200, gibt damit eine Trennfrequenz von ca. 250Hz vor. Für einen Amplitudenfrequenzverlauf mit gemäßigtem Dipolmaximum und nur minimalen Dipolminima darf die Breite der Schallwand auch nicht größer sein. Damit die Auslenkungen des B200 klein bleibt, wird mit einem etwas tiefer liegenden Linkwitz-Riley-Filter mit 24dB/Oktave zu tieferen Frequenzen hin abgekoppelt. Damit bleiben auch die Intermodulationsverzerrungen im Mittel-Hochton-Bereich gering.

Der Tieftonlautsprecher hat damit als obere Trennfrequenz ebenfalls besagte 250Hz und wird auch mit einen Linkwitz-Riley-Filter mit 24dB/Oktave nach oben abgetrennt. Damit kann dieses System auch sehr gut den Kickbaßbereich um die 100-150Hz wiedergeben, was der B200 mit seiner doch recht fragilen Membran nicht wirklich reproduzieren kann. Durch die Höhe und die horizontale Anordnung des Tieftonlautsprechers ergeben sich gleich zwei Vorteile: Die Schallzentren der beiden Lautsprecher liegen nah beeinander (kleiner als ein Viertel der Wellenlänge der Übergangsfrequenz), was die Funktion der Punktschallquelle des B200 nicht zerstört und eine nur geringe Anregung vertikaler Moden im Raum verursacht. Der Schall kann seitlich über die 4 Öffnungen entweichen, was im gegebenen Frequenzbereich, in dem der Tieftöner arbeitet, auch überhaupt kein Problem darstellt.

Beide Lautsprecher werden aktiv über separate Verstärker angesteuert, also ohne passive Frequenzweiche. Dem Tieftonlautsprecher steht ein Transistorverstärker zur Seite, der B200 wird über den Eintakt-Röhrenverstärker angesteuert. Da ich hier einen Dipol auf einen Monopol-Baßlautsprecher montiert habe, nenne ich ihn

DaB (Dipol auf Baß).
Das Tieftonmodul:
Der 18sound sitzt in einem geschlossenen Gehäuse mit 74l Nettovolumen, das fast vollständig mit einem Kreuz versteift ist und großzügig gedämpft ist. Damit ergibt sich ein Einbaugütefaktor Qtc = 0,46. Zusammen mit dem Ausgangswiderstand des Verstärkers und weiteren Impedanzen, z.B. des Kabels, kommt man dann auf einen resultierenden Gütefaktor von Qtc = 0,5, der ein optimales Impulsverhalten für einen Baßlautsprecher gewährleistet. Das von der Größe her noch überschaubare Gehäuse ist aufgrund des relativ kleinen Äquivalentvolumens des Tieftöners möglich. Aufgrund des hohen Wirkungsgrades des Chassis, das in etwa dem des B200 entspricht, und des mehr als ausreichendem Verschiebevolumens, wird der 18sound nie an seine Grenzen kommen. Das Gehäuse ist aus 30mm Ahorn-Multiplex aufgebaut; die Seite, wo das Chassis eingebaut ist, hat 60mm Dicke .

Wenn man sich anschaut, was üblicherweise der Raum aus den im Freifeld perfekt verlaufenden Frequenzgängen im Baßbereich durch die Raummoden macht, dann kann man schon die Sinnhaftigkeit hinterfragen. Es kann durchaus sinnvoll sein, den Tieftonlautsprecher zu den tiefen Frequenzen hin früh, aber mit sanft abfallendem Pegelverlauf einzusetzen (siehe auch Messungen), da eh die in diesem Bereich zahlreich vorkommenden Raummoden gedämpft werden müssen. Damit beschränkt sich die elektronische Entzerrung nur auf die Raummodenabsenkung. Dies führt dann zu einer deutlich besseren Gesamtperformance als wenn der Baß zuvor auf maximale Linearität getrimmt wurde.
Das Dipol-Modul:
Der B200 ist prädestiniert für offene Schallwände aufgrund seines recht hohen Qts-Wertes von 0,75.
Dieser wurde hier nicht frontseitig bündig eingepaßt, sondern rückseitig montiert, damit dieser auch nach hinten frei strahlen kann. Dies ist wichtig bei der verwendeten Holzplattenstärke von 30mm.
Auf der Vorderseite wurde der Schallaustrittsbereich großzügig mit einem Radius versehen, so daß keine störenden Kantenreflexionen entstehen.
Die Breite der Schallwand wurde mit 47cm identisch zu der Breite des Tieftonlautsprechergehäuses gewählt, was aber hervorragend zu den Dimensionen des B200 paßt. Mit einer Höhe von 36cm ergibt sich ein relativ gleichmäßiger Amplitudenfrequenz-Verlauf.
Der Boden des Dipol-Moduls, das lediglich mit Schaumstoffabsorber auf dem Tieftonmodul steht, besteht aus gedoppelten Multiplexholz mit 60mm Dicke. Damit ist es genügend schwer und verwindungssteif, so daß hier keine Resonanzen durch den nach oben strahlenden Tieftöner entstehen können.
Der Klang:
Richtig aufgestellt ist Musikreproduktion mit diesem Lautsprecher hervorragend. Es existiert eine Räumlichkeit, die ich sonst so noch nicht gehört habe. Dadurch geht aber auch die präzise Ortung nicht verloren, sondern ist noch viel ausgeprägter. Die kreisenden Kastagnetten aus der Isotek-Test-CD können über die gesamte Breite und Tiefe des Raumes ganz klar verfolgt werden, ebenso spielt jegliche Musik aus dem ganzen Raum. Die Lautsprecher sind praktisch nicht mehr existent. Aufgrund des hohen Wirkungsgrades ist auch die Dynamik mitreißend. Ob leise oder laut, ich vermisse mit diesen Lautsprechern nichts.

Mit dem Dipol im Mittel-und Hochtonbereich hat man deutliche Vorteile bei der Aufstellung gegenüber einem Monopol aufgrund der seitlichen Auslöschung des Schalls. Dadurch verschwindet die erste seitliche Schall-Reflektion am Hörort bei korrekter Ausrichtung. Allerdings sollte der Abstand zur Rückwand so groß sein, daß eine hinreichende zeitliche Verzögerung der rückwärtigen Schallanteile (>6ms) zustande kommt, so daß diese Anteile den Direktschall nicht stören können. Damit liefert der Dipol ein ausgewogenes Verhältnis von Direkt- zu Diffusschall, was das oben beschriebene Klangverhalten mit ermöglicht. Weiterhin vorteilhaft ist das Fehlen eines Lautsprechergehäuses, da dieses immer in gewisser Weise schalldurchlässig ist oder der reflektierte Schall wieder durch die Membran austreten kann, was die Wiedergabe stören würde. Auch kann durch das Mitschwingen des Gehäuses zusätzlicher Klirr entstehen.
Ein Dipol im Baßbereich ist in vielen Räumen und auch prinzipiell eher kritisch zu sehen, da dieser nur an ganz bestimmten Positionen gut funktioniert. Der konventionelle Monopol funktioniert aber auch an den Stellen gut, wo der Mittel-Hochton-Dipol für ein gutes Ergebnis stehen muß.


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